Arbeitswelt gestalten

Interview mit Katharina Krentz

Katharina Krentz ist Senior Consultant New Work & Digital Collaboration bei der Bosch Gruppe. Dort verantwortet sie u.a. die unternehmens-spezifische Entwicklung der Methode "Working Out Loud". Ihre Begeisterung für digitale Zusammenarbeit und vernetztes Lernen trägt sie  längst über die Unternehmensgrenzen hinweg in die Welt. Sie ist als Speaker und Trainerin aktiv, um Firmen zu unterstützen, neues Arbeiten aufzubauen.


Welche Mission verfolgst Du? Was möchtest Du vorantreiben? Was soll sich verändern?

Es ist mir ein Anliegen, die heutige Arbeitswelt nachhaltig und wertschöpfend zu verbessern, und zwar mit dem Menschen und einem positiven Menschenbild im Mittelpunkt meiner Bemühungen. Das digitale Zeitalter bietet dafür viele Chancen und Möglichkeiten, die es zu anzuwenden gilt. Gerade Frauen tun sich hier häufig schwer, Kontakte zu knüpfen, ihre Arbeit und sich selbst mit den eigenen Fähigkeiten und Talenten sichtbar zu machen, und Netzwerke für Zusammenarbeit ebenso wie die persönliche Weiterentwicklung effektiv zu nutzen.

 

Working Out Loud ist nur eine Methode, um dies zu erleben und zu erlernen - aber die bisher vielfältigste, die ich seit 4 Jahren erlebe. Daher unterstütze ich alle, die WOLlen, innerhalb und außerhalb meines Unternehmens.

Mit welchen drei Hashtags lässt sich Deine Mission zusammenfassen?

 #WandelBegleiten

#ResonanzbasiertVernetztArbeiten

#MutigVorangehen

Wie bist Du auf Deine Mission gestoßen? Wodurch hast Du Feuer gefangen? Was treibt Dich an?

Durch eigenes Erleben und der stetigen Frage, was ich tun kann, um zu helfen und zur Veränderung beizutragen. Ich bin kein Digital Native, kann daher die Brücke zwischen Online- und Offline-Welt gut bauen und andere hinüber begleiten. Hierfür gibt es keinen Lösungsweg A, keine Checkliste - die persönliche Anwendung bzw. die Anwendung im Team passend zum Thema muss individuell Nutzen bringen und passen. Was mich antreibt? Freude und Leidenschaft für diese Themen und Rückmeldungen von Menschen, denen ich helfen konnte und deren Umgang mit Netzwerken und digitalen Technologien sich mit meiner Hilfe verbessert hat.

Welche Schritte bist Du bereits gegangen? Was hat sich verändert? Was waren dabei Deine größten Highlights?

Ich war die erste, die die Working Out Loud Methode in einem Großkonzern ausprobiert und erfolgreich eingeführt hat. Basierend auf unserer Arbeit setzen heute sehr viele Unternehmen ebenfalls WOL ein und arbeiten dabei ebenfalls mit Co-Creation Teams für operativen Betrieb und die weitere Verbreitung. Unsere Programmadaptionen wie "WOL für Leaders", "WOL in Innovationsprozessen" und "WOL Offline ohne IT-Zugang" tragen zur weiteren Verbreitung bei.

 

Ich bzw. unser Unternehmen "macht WOL" nicht nur, wir "leben WOL" - dazu gehört, dass wir anderen auf ihrem Weg ebenfalls helfen, indem wir unser Wissen, unsere Konzepte und Materialien teilen, beraten und coachen.

Mein größtes Highlight? Unseren Schirmherrn, den CHRO für WOL zu begeistern und WOL als ein gutes Beispiel nicht nur für vernetzte Zusammenarbeit, sondern auch für selbstorganisiertes Lernen, wertschätzende digitale Kommunikation und kulturellen Wandel in unserem Unternehmen zu etablieren. Als einfacher Mitarbeiter die heute größte Graswurzelbewegung gestartet zu haben, ist schon irgendwie großartig (und oftmals noch unglaublich!)  - und dank dem tollen Team aus WOL-Begeisterten überhaupt erst möglich gewesen! Dafür bin ich dankbar, stolz und glücklich gleichermaßen.

Was hast Du dabei gelernt? Wie bereichert Dein Engagement Dich, Dein Leben oder Deine Arbeit?

Ich beschäftige mich seit 2010 mit digitalen Technologien für vernetzte Zusammenarbeit, primär mit community-basierten Ansätzen. Mit WOL habe ich in 2015 endlich eine Methode gefunden, die hoch-individuell und wirklich einfach anzuwenden ist. Klar muss man sich darauf einlassen, diszipliniert die einzelnen Stationen der Lernreise durchlaufen und offen sein für das, was passiert. Aber der Mix aus simplen und altbewährten Methoden, die neu in einer Methode kombiniert wurden, die dazu Aspekte von Zusammenarbeits- und Kommunikationsprinzipien, Vernetzung, Potential- und Persönlichkeitsentfaltung sowie Coachingaspekte beinhaltet, ist einfach genial.  

 

Jetzt habe ich die Möglichkeit, Gruppen und Individuen gleichermaßen diese Techniken zu vermitteln und einen Beitrag zur digital vernetzten Arbeitswelt zu leisten. Die eigene Überzeugung, die eigenen Talente und sogar die eigenen Hobbies zum Beruf zu machen ist sehr erfüllend und bereichernd - und ich kann täglich von anderen weiter dazulernen und mich weiter entwickeln!

Was gibt es noch zu tun? Was willst Du noch erreichen? Was sind Herausforderungen, die es zu bewältigen gibt?

Primär möchte ich einfach weitermachen, noch mehr Menschen erreichen und unterstützen. Persönlich möchte ich weiter lernen, mich weiter entwickeln, noch stärker den Fokus auf Transformations- und Changebegleitung legen.

 

Herausfordernd dabei ist natürlich die Beschaffung notwendiger Ressourcen und die Überzeugung wichtiger Unterstützer. Und die vielen Zuschriften und Anfragen über alle möglichen Kanäle zu bewältigen und zu versuchen, zumindest den meisten zu helfen und deren Erwartungen nicht zu enttäuschen wird immer schwieriger, denn auch ich habe nur begrenzt Zeit und Freizeit.

Was rätst Du anderen, die ihre persönliche Mission noch suchen oder oder sich noch nicht getraut haben ihrer Mission zu folgen?

Es gibt viele Methoden, um sich darüber klar zu werden, wer man ist und wohin man will. Wer keinen Plan hat bleibt ein Träumer - das ist schön, aber nicht erfüllend.

Ein Coaching, der offene Dialog mit anderen, Literatur, TedX Talks auf YouTube, der Klarheit Kalender, das 6 min Tagebuch, Seminare, sogar die Teilnahme an einem WOL-Circle können hier helfen.

 

Nimm Dir Zeit, höre gut in Dich hinein, sei ehrlich zu Dir und achte auf die Zeichen - dann gelingen auch die ersten Schritte bzw. die ersten Experimente, woraus sich dann die Mission ergeben kann. Das Leben ist dazu da, um gelebt zu werden, zu lernen, sich zu entwickeln und nach Freude und Erfüllung zu streben.

Suchst Du noch Unterstützer oder Verbündete? Dann kannst Du hier noch einen Aufruf starten. Füge auch gerne Links ein.

Liebe NewWork Women - lasst uns gemeinsam etwas bewegen und einen Beitrag leisten, damit die Zukunft menschlicher und vernetzter wird und wir Frauen unser Potenzial entfalten, nutzen und zeigen können.

Gemeinsam sind wir dazu in der Lage: auf Augenhöhe, ohne Wettstreit, ohne Wertungen - so wie wir sind und mit den Talenten, die wir haben und noch erlernen.

Ich freue mich über Austausch mit lieben Menschen, die eine ähnliche Mission verfolgen: um von- und miteinander zu lernen und zu wachsen.



Du willst Deine Geschichte  mit #NewWorkWomen teilen? Hier geht es zum Fragebogen "Meine Mission".


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