Starke Führung

Interview mit Jo Kristof

Jo Kristof ist Inhaberin des Beratungsunternehmens jk Business Coaching - bald mit neuem Namen: It's about Leadership. Als Organisationsberaterin, Trainerin und Coach berät sie Unternehmen und Führungskräfte rund um Führungskultur, Unternehmenskultur und Veränderung. Mit ihrer Beratung gestaltet sie ein Führungsverständnis, das Raum für Eigenverantwortung, Selbstorganisation und Innovation schafft.


Welche Mission verfolgst Du? Was möchtest Du vorantreiben? Was soll sich verändern?

Meine Mission? Sichtweisen in Bewegung bringen, Perspektiven erweitern, neue und andere Blickwinkeln ermöglichen.

 

Meine Mission im Besonderen: Leadership mit all seinen Facetten stärken und positiv wirksam zu machen.

Ich glaube fest daran, dass Führung mehr ist als die Rolle einer Führungskraft im Unternehmen. Und ich möchte dazu beitragen, den Blick darauf zu verändern. Führung im Sinne von Leadership als etwas zu verstehen, wodurch  jeden Tag Impulse gesetzt, Zusammenarbeit gestaltet und Motivation ermöglicht wird. Das kann durch eine Führungskraft geschehen, die für ihr Team ein Umfeld schafft, in dem genau das alles passiert. Oder aber durch eine Idee, ein Projekt, eine Initiative, die getragen wird davon, dass andere sich dafür begeistern und folgen.

All diese Facetten stärken und sichtbar machen, und gleichzeitig dazu beitragen, dass Führung als mehr wahrgenommen wird, als nur die Rolle einer Führungskraft, das ist meine Mission.

Mit welchen drei Hashtags lässt sich Deine Mission zusammenfassen?

#itsaboutLeadership

#Stärkenstärken

#openupfornewperspectives

Wie bist Du auf Deine Mission gestoßen? Wodurch hast Du Feuer gefangen? Was treibt Dich an?

Der Weg zu meiner Mission ist eher unauffällig. Ich begnegne seit vielen Jahren Menschen, die auf unterschiedlichste Art und Weise unfassbar konstruktiv führen. Vieles davon Führungskräfte in klassischen Organisationen, aber auch viele Menschen, die Themen vorantreiben, Dinge gestalten, Ideen hervorbringen, ohne dass sie dafür im Sinne einer klassischen Organisation vorgesehen sind. Dass Leadership konstruktiv wirken kann, durfte ich sehr oft beobachten.

 

Und dann kam der Punkt, an dem ich gemerkt habe, dass das irgendwas in mir anpiekst, wenn diese tolle Ressource Leadership, die an sich überall schon da ist, nicht genutzt oder nicht wertgeschätzt wird.

 

Es macht was mit mir, wenn ich wahrnehme, dass Leadership abgewürgt wird, durch formale Organisationsstrukturen ohne Handlungsfreiraum. Wenn oft nur die vermeintlichen Defizite von Führungskräften gesehen werden und nicht das, was Führung in Bewegung bringen kann. Wenn der Fokus nur auf Dingen liegt, die schlecht oder vermeintlich falsch laufen. Das strubbelt was in mir auf und dann kann ich nicht anders, als das zum Thema zu machen. Indem ich andere Perspektiven aufzeige und das sichtbar mache, was ich wahrneme:

 

Leadership als Stärke und als Ressource in jeder Organisation - wenn sie ein Umfeld vorfindet, in dem sie konstruktiv wirken kann.

Welche Schritte bist Du bereits gegangen? Was hat sich verändert? Was waren dabei Deine größten Highlights?

Ich habe das wunderbare Glück, dass ich meine Mission als Beruf ausleben kann: Meine Arbeit als Organisationsberaterin, Coach und Trainerin ist komplett davon getragen. Am Anfang eher unbewusst, inzwischen sehr bewusst:

 

Ein starker Forkus auf die Ressourcen und Stärken der Organisation und der Menschen als Voraussetzung für jede nachhaltige Veränderung. Die Arbeit am Kontext und mit den Menschen, um alle Facetten von Leadership im positiven Sinne wirksam werden zu lassen. Die Begleitung von Einzelnen, um eigene Stärken und Ressourcen zu erkennen und zu leben.

Ich freue mich jeden Tag darüber, dass ich Unternehmen und Menschen in Organisationen dabei begleiten darf. Dass ich erleben darf, wie meinen Kunden durch unsere gemeinsame Arbeit (wieder) bewusst wird, welche Stärken und Ressourcen sie selbst, ihre Organisation, Ihre Mitarbeitenden, Ihre Führungskräfte haben. Und die erkennen, wieviel sie und ihre Teams bewegen und gestalten können, um zukunftsfähig zu bleiben.

Was hast Du dabei gelernt? Wie bereichert Dein Engagement Dich, Dein Leben oder Deine Arbeit?

Meine Arbeit ist eine einzige Learning Journey. Mit jedem Gespräch, jedem Austausch kommen neue Perspektiven und Blickwinkel dazu. Was ich gelernt habe, ist meine Arroganz abzulegen, dass meine Sichtweise und meine Perspektive über der von anderen stehen. Meine Grundüberzeugungen helfen mir dabei:

 

- "Everyone constructs their own reality". Die eine Wahrheit gibt es nicht, aber viele Wahrnehmungen. Meine ist nur eine von vielen.

 

- Ich höre zu, um zu verstehen, und nicht, um zu wiederlegen.

 

- Ich habe nicht den Anspruch, den anderen zu überzeugen, aber ich habe den Anspruch, Perspektiven und Blickwinkel aufzuzeigen.

 

- Ich nehme andere Perspektiven, Meinungen und Sichtweisen als Angebot an, meine Wahrnehmung zu reflektieren.

 

Und wenn ich ehrlich zu mir selbst bin: Auch wenn es meine Grundüberzeugungen sind, fällt mir das nicht immer leicht - I'm just a human being. Aber durch meine Mission und der Arbeit daran wird es immer besser :)

Was gibt es noch zu tun? Was willst Du noch erreichen? Was sind Herausforderungen, die es zu bewältigen gibt?

Ich glaube, dass wir uns in einer Umbruchphase befinden, was unser (westeuropäisches, vielleicht sogar eher deutsches) Verständnis von Zusammenarbeit und Führung angeht. Freiräume, Eigenverantwortung, Selbstorganisation und persönliche Entwicklung spielen eine immer größere Rolle, um nachhaltig mit den Herausforderungen der Zukunft umzugehen.

 

Wie in jeder Veränderung gibt es immer Phasen, in denen es zu Rückschläge kommt und die so wirken, als würde all das nicht vorankommen. Ich möchte dazu beitragen, dass auch in diesen Phasen der Blickwinkel aufgemacht werden kann auf andere Aspekte und andere Perspektiven. Auf das, was alles schon erreicht wurde, was sich schon bewegt hat, wo kleine Erfolge liegen. Damit Rückschläge nicht zum Aufgeben führen, sondern dazu genutzt werden, gestärkt weiter zu gehen.

Was rätst Du anderen, die ihre persönliche Mission noch suchen oder oder sich noch nicht getraut haben ihrer Mission zu folgen?

Horcht in Euch rein, Eure Mission ist sehr wahrscheinlich schon da:

Was strubbelt Euch auf? Was macht Euch kribbelig? Was piekst Euch an? Wo könnt Ihr Euch nicht zurück halten? Da werdet Ihr sie finden, Eure persönliche, individuelle Mission.

Suchst Du noch Unterstützer oder Verbündete? Dann kannst Du hier noch einen Aufruf starten. Füge auch gerne Links ein.

Ich lebe und lerne vom Austausch und freue mich über Vernetzung, Diskussionen, Anregungen, MitstreiterInnen! Sehr gerne über Twitter oder LinkedIn



Du willst Deine Geschichte  mit #NewWorkWomen teilen? Hier geht es zum Fragebogen "Meine Mission".


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